Aus der Geschichte
Der hochgotische Turm stammt aus der Hütte des bedeutenden Baumeisters Peter Parler und ist eins der schönsten Beispiele gotischer Architektur in Europa. Die Fundamente des Sandsteinturms wurden gemeinsam mit denen der Karlsbrücke gelegt, sein Bau wurde 1380 abgeschlossen. Er ist als Verteidigungsturm konzipiert, gleichzeitig jedoch mit seinem hohen ästhetischen Wert und seiner einzigartigen bildhauerischen Ausschmückung als Teil des Königswegs. Die Westseite des Turms wurde durch schwedische Geschütze zum Ende des Dreißigjährigen Kriegs stark beschädigt. Die Ostseite wird von den Porträtplastiken des Kaisers Karls IV. und des Königs Wenzels IV. dominiert, über denen der hl. Veit wacht. Ein Stockwerk höher stehen die Skulpturen des hl. Sigismunds, des Patrons Luxemburgs, und des hl. Adalberts, des Patrons Böhmens. Zu den Füßen der Heiligen liegt ein Löwe, der vom Turm hinunterschaut. Am St.-Veits-Tag (15.6.) gibt es die symbolische Erscheinung, daß der Schatten des Löwenkopfs auf das unter ihm liegende Schild mit dem Adler fällt, wodurch die Verbindung von Böhmen und Mähren bestätigt wird. Auch die Aufstellung der anderen Figuren, ihre Anzahl und die Anzahl der Schmuckelemente haben eine verdeckte Bedeutung, die mit der Astrologie zusammenhängt.
Im ersten Stock des Turms befand sich eine Wachstube, der zweite Stock diente als Schuldgefängnis für reiche Familien. Erwähnt werden sollte die geheimnisvolle Figur des sogenannten Turmmannes aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, die auf einer Säule am Ende der Treppe steht.
Geben Sie die Galerie
